Patek und Rolex bieten einen guten Werterhalt. Das gilt aber leider nicht für jedes Modell.
Beispiel Patek: Sehr guten Werterhalt haben die Sportmodelle Nautilus und Aquanaut, das gilt jedenfalls für die gefragten Stahlvarianten. Der absolute Hit für Kapitalanleger ist natürlich der Nautilus Chrono, leider sind die Wartezeiten lang. Eine Stahlgold Nautilus dagegen bringt wenig. Ganz schlecht ist der Werterhalt bei der Weltzeit oder bei den Wempe Jahreskalendern. Einen Wertverfall verzeichnen alle Calatravas und Ellipse mit kleinem Durchmesser, die will einfach keiner mehr haben. Generell sind Vintage Modelle mit kleinem Durchmesser kaum noch gefragt.
Beispiel Rolex: Ganz schlecht ist der Werterhalt bei den Cellini Modellen. Eher mäßig bei der Yachtmaster I, hier ist der Abstand von Gebrauchtpreis und Neupreis gewaltig. Auch unbeliebt sind die TOGs. Stahlgold Modelle haben allgemein einen schlechten Werterhalt. Gewaltig Geld verbrennen kann man mit Steinbesatz. Recht sicher für Kapitalanleger sind bestimmte Rolex Vintage Modelle, wie die Handaufzugs Daytona. Für den Kleinanleger ist eine Stahl Daytona immer noch die erste Wahl.
Zitat von ILGwie ist denn grundsätzlich der Werterhalt bei mechan. Uhren?
Schlecht. Armbanduhren sind weitestgehend der Mode unterworfen. Heute sind 42-44 mm Durchmesser modern, auch an schmalen Asiatenärmchen. Wenn sich diese Mode wieder dreht, werden die Klopper schlecht verkäuflich sein, so wie es heute mit den 35 mm-Uhren ist. Es wird immer wieder einzelne Modelle geben, die es schaffen, so begehrt zu werden, daß die Gebrauchtpreise höher sind als die Neupreise. Aber das ist nicht vorhersehbar. Selbst ausgefuchste Komplikationen können Ladenhüter werden (weil auch die technikaffinsten Liebhaber Grenzen haben, was die Optik betrifft), wogegen eine einfache Taucheruhr plötzlich Höhenflüge machen kann (Beispiel Sea Dweller). Eine Kapitalanlage (mit sicherer "Verzinsung") sind Uhren also sicher nicht. Aber selbst der "Werterhalt", nach dem Du gefragt hast, ist nicht vorhersehbar und in den meisten Fällen nicht gegeben. Wobei es natürlich immer drauf ankommt, was Dir Deine Uhr wert ist, aber das ist ein anderes Thema.
Naja, bei meiner Lange 1 dürfte sich der Verlust in Grenzen halten, denn die habe ich selbst gebraucht gekauft - und es ist ein seltenes, gesuchtes Modell. Gewinn werde ich aber sicher nicht machen. Bei der Saxonia (neu gekauft) kann ich's nicht einschätzen, die taucht auf dem Gebrauchtmarkt so gut wie nicht auf. Das könnte man deuten als "stark gesucht, nicht angeboten, bringt guten Preis", aber auch als "völlig uninteressant, nur mit großem Verlust zu verkaufen". Egal, ich werde es in absehbarer Zeit nicht herausfinden...
Früher hätte man - um im richtigen Forum zur richtigen Uhr zu schreiben - Die Orion Solar oder die Tangenten in farbig (Super 30) kaufen sollen.
Ob man langfristig auch mit den grauen Einheitsuhren "Gewinn" / Wertstabilität erreicht wird erst noch die Zeit zeigen. Hier sehe ICH (!) das Problem, dass die Uhren eben nicht SO außergewöhnlich sind wie die Super 30 - wer kann von weitem denn die diversen Grautöne unterscheiden. Wobei ich (!) grau ohnehin nicht als schöne Farbe bezeichnen würde.
Grundsätzlich gilt aber wohl: die Sondermodelle können einen Wertzuwachs einfacher erfahren, als die Serienmodelle.
Ob heute eine "alte" Tangente mehr wert ist als eine aus der aktuellen Kollektion (als gebrauchte Uhr) lasse ich dahin gestellt.
Grundsätzlich muss man für einen Werterhalt / Gewinn als Wertsteigerung die Fachhandelsspanne erst einmal aufholen: die Uhr kostet den Fachhändler 1.000 Geldeinheiten und dieser verkauft diese Uhr für 2.200 Geldeinheiten an den Endkunden. Um einen realistischen Werterhalt zu haben, muss die Uhr also um min. 1.201 GE teurer werden, da ein Händler die Uhr ja sonst beim Hersteller beziehen würde. - Dieses Beispiel ist stark verkürzt dargestellt! Es verdeutlicht aber, wann eine Uhr erst Gewinn / Werterhalt erreicht. Bei Sondermodellen gilt Angebot und Nachfrage: Für die rote oder die schwarze Super 30 (fragt mich bitte nicht nach den genauen Namen der Uhren, stehen hier im Forum aber Vielfach ;-) ) würde ich heute sicherlich auch mehr als den Neupreis ausgeben. Aber auch keine 1.600-1.700 Euro (von MIR also keine Nachfrage zu diesem Preis, von anderen (vielleicht) schon).
Geld auf einem Tagesgeldkonto bis 100k € ist ein sicheres Investment als eine Uhr: nur kannst Du da die Zeit nicht ablesen, was ja der ursprüngliche Zweck einer Uhr ist.
Grüße
Gerrit
----------------------------------------- Salzflecken auf dem Teppich gehen am besten mit Rotwein wieder raus...
Prüfen wir das mal an einem konkreten Fall nach: Der in vielen Foren aktive "parkettbulle" hat 01.2009 einen Nautilus Chrono gekauft, damals für höchstens 28.750 (Listenpreis). Heute steht die Ref. 5980/1 mit 38.560 Euro in der Preisliste. Nachlässe gibt es bei Patek übrigens nicht, die Wartenzeiten für die begehrten Stahlmodelle sind sehr lang. Ich finde kein Angebot im Gebrauchtmarkt, das unter dem Listenpreis von 2009 liegt. Der Nachfragedruck ist enorm, man kann die Uhr wirklich sehr schnell zu Geld machen. Also was hat parkettbulle falsch gemacht? Hätte er wirklich Festgeld oder Riester machen sollen? Ich glaub er hat alles richtig gemacht.
ist das Angebot sehr klein, die Nachfrage größer, steigt der Preis.
Stowa (um ein Beispiel aus der weniger Euro intensiven Liga zu nehmen) hat "relativ" geringe Preisabschläge, wenn die Uhr "relativ" schnell weiter verkauft wird, da der Käufer die Wartezeit umgeht, der Verkäufer legt dennoch Geld drauf.
Welche Patek dann am Ende das Rennen macht, entscheiden ja auch die Käufer - muss hier jedoch zugeben, dass ich nicht das Geld "flüssig" habe für die Uhr, kenne mich in dem Segment also nicht aus, was die Preise betrifft. Wenn hier Stahl gesucht ist, ist Gold vielleicht nicht gesucht? Wenn die Nautilus gesucht ist, ist ein anderes Modell eventuell unbeliebt(er).
Zum Einwand, was sinnvoller ist/war: in DIESEM Fall die Uhr, in vielen anderen Fällen das Tagesgeldkonto / Festgeldkonto / EFT auf den Dax usw.
Aber SICHERHEIT hat man wohl nur bei den Konten (auch hier bestätigen Ausnahmen die Regel).
Wer heute weiß, was in 3 Monaten oder 3 Jahren gesucht wird, kann ein reicher Mensch sein/werden. Da ist es dann egal, ob es Edelmetalle, Aktien, Fonds, Devisen, Uhren, Autos oder was auch immer ist.
Meiner (!) Meinung nach: besser die Aktien des Luxuskonzerns als die Uhren des Luxuskonzern zu kaufen. Hier halte ich(!) das Risiko für geringer. ;-)
Grüße
Gerrit
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