Leider haben sich andere deutsche Hersteller in den letzten Jahren nach meinem Geschmack etwas "zu weit" entwickelt. Obwohl ich meine Glashätte - Original Senator Automatik, die ich im Jahr 1999 für 3.750 DM erworben habe, mit Ihren 5 ATM aus der Erfahrung der letzten 10 Jahren als durchaus alltagstauglich beurteile und nach wie vor sehr schätze, frage ich mich natürlich schon mit Blick auf die heutigen Einstiegspreise bei GO, ob mit der zwischenzeitlich eingetretenen Preissteigerung auch eine entsprechende Wert-/Qualitätssteigerung der Uhren verbunden ist. Ich glaube nicht. Sie sind seit Übernahme durch die Swatch-Group lediglich in einem anderen Käufer-Segment platziert worden.
Das musste nicht nur GO sondern auch die anderen verschiedenen Hersteller - so sagt man - um Kundenkreise außerhalb Europas anzusprechen. Da saß halt eine zeitlang die solventere Kundschaft und man bediente dann auch die dortigen Designvorstellungen. Ein ganz extremes Beispiel sind dafür die ehemals (siehe brunemto) wunderschönen Uhren von Zenith.
Dann hat man die Preise verdoppelt, die Durchmesser auf 46mm und mehr aufgeblasen (meist sind die Werke klein geblieben, so dass man einen Haufen Luft verpackte) und irgendein möglichst unübersichtliches Zifferblatt hinzugefügt. Sodann erfindet man noch irgendeinen Super-duper-überflieger-egal-hauptsache-englisch-namen dazu und engagiert ganz ganz großartige Menschen als testimonials.
So.
Und jetzt wundert man sich, und schuld ist natürlich die böse Wirtschaftskrise, dass viele Uhrenfreunde da nicht mehr mitkommen (wollen). Die einen, weil tatsächlich kein Geld mehr vorhanden ist, und die anderen, weil sie sich einfach nur nach schönen, klaren, einfachen Designs zurücksehnen.
Und deshalb mag ich eben die Marke Nomos. Und Glashütte-Original, dabei halt Modelle wie z.B. Deine Senator. Oder die klassischen Jaeger-LeCoultre (Master oder Reverso) oder auch die schlichten Modelle von Rolex. Oder im Sportuhrenbereich Modelle der Firma Sinn.
Langer Rede kurzer Sinn: Für mich muss eine Uhr authentisch sein und nicht marketingmäßig aufgeblasen. Und da habe ich bei Nomos ein ganz gutes Gefühl.
Ich finde es übrigens schön, hier so eine interessante Diskussion zu führen. Wünsche Euch allen einen schönen Abend, Chris
[quote="watchspirit] Und jetzt wundert man sich, und schuld ist natürlich die böse Wirtschaftskrise, dass viele Uhrenfreunde da nicht mehr mitkommen (wollen). Die einen, weil tatsächlich kein Geld mehr vorhanden ist, und die anderen, weil sie sich einfach nur nach schönen, klaren, einfachen Designs zurücksehnen.
Und deshalb mag ich eben die Marke Nomos. Und Glashütte-Original, dabei halt Modelle wie z.B. Deine Senator. Oder die klassischen Jaeger-LeCoultre (Master oder Reverso) oder auch die schlichten Modelle von Rolex. Oder im Sportuhrenbereich Modelle der Firma Sinn.
Langer Rede kurzer Sinn: Für mich muss eine Uhr authentisch sein und nicht marketingmäßig aufgeblasen. Und da habe ich bei Nomos ein ganz gutes Gefühl.
Ich finde es übrigens schön, hier so eine interessante Diskussion zu führen. Wünsche Euch allen einen schönen Abend, Chris [/quote]
Da kann ich mich nur anschließen.
In der Vergangenheit war die Klientel für diese überladenen, übergroßen und teuren Uhren sicher vorhanden. Im Großen das beste Beispiel: Dubai. Immer mehr, immer größer, immer höher bis irgendwann der tiefe Fall kommt.
Dann lieber solide Handwerkskunst im kleinen Massstab zum vernünftigen Preis ohne viel Ausgaben für Werbung etc. Nomos scheint es richtig gemacht zu haben ohne lediglich auf Menge zu setzen.
Thomas
Die Basis einer gesunden Ordnung ist ein großer Papierkorb Kurt Tucholsky
Zitat von hanickWollen wir hoffen, dass Stowa und Dornblüth auch ohne ETA-Werke in Zukunft auskommen
Welche Dornblüth meinst Du denn im speziellen, die noch ETA Ware verwendet?
STOWA deckt den Einsteigerbereich der hohen (oder doch zumidest der höheren) Kategorie ab. Da wird kein Manufakturwerk kommen, wenn, dann eher für die Schauer Uhren aus dem gleichen Haus. STOWA wird vermutlich eher Richtung Selitta o.ä. ausweichen.
Zitat von TSIDSTOWA deckt den Einsteigerbereich der hohen (oder doch zumidest der höheren) Kategorie ab. Da wird kein Manufakturwerk kommen, wenn, dann eher für die Schauer Uhren aus dem gleichen Haus. STOWA wird vermutlich eher Richtung Selitta o.ä. ausweichen.
Oder vielleicht doch auf Durowe? Das wär doch mal was. Schauer hatte doch mal sowas angedeutet, oder?
Torsten ------------------------------------------------- "WE'VE GONE TOO FAR" <The Expanse>
Zitat von TSID@ Paule: jedes aktuelle Unitas Werk schwingt mit 18000 A/h. Und genau darauf hat Dornblüth angesetzt, wie auch Nomos dazumal auf dem Eta/Pesseux 7001 Werk aufgesetzt hat, um daraus dann eigene Ideen zu verwirklichen.
Heute kan man noch optische Vergleiche ziehen zwischen den Nomos Werken und den Pesseux Werken, die noch in den Schauer Uhren ticken (Antea KS), ebenso kann man z.B. die Marine Original (mit Unitas-Werk) optisch mit der Dornblüth vergleichen. Da sind schon noch Ähnlichkeiten vorhanden, was ja auch nicht tragisch ist. Das Kaliber 99-0 hat auch noch diese kleine Sekunde, die soweit am Rande sitzt, dies war die Vorarbeit für die Version mit Getriebe und somit die grosse, kleine Sekunde. Eine tolle Idee.
Heute ist bei Dornblüth meines Wissens nach nur noch das Räderwerk von dem Unitaswerk übrig, der Rest ist Eigenarbeit.
Zitat von TSID@ Paule: jedes aktuelle Unitas Werk schwingt mit 18000 A/h. Und genau darauf hat Dornblüth angesetzt, wie auch Nomos dazumal auf dem Eta/Pesseux 7001 Werk aufgesetzt hat, um daraus dann eigene Ideen zu verwirklichen.
Heute kan man noch optische Vergleiche ziehen zwischen den Nomos Werken und den Pesseux Werken, die noch in den Schauer Uhren ticken (Antea KS), ebenso kann man z.B. die Marine Original (mit Unitas-Werk) optisch mit der Dornblüth vergleichen. Da sind schon noch Ähnlichkeiten vorhanden, was ja auch nicht tragisch ist. Das Kaliber 99-0 hat auch noch diese kleine Sekunde, die soweit am Rande sitzt, dies war die Vorarbeit für die Version mit Getriebe und somit die grosse, kleine Sekunde. Eine tolle Idee.
Heute ist bei Dornblüth meines Wissens nach nur noch das Räderwerk von dem Unitaswerk übrig, der Rest ist Eigenarbeit.
Umso besser. Die restliche Wertschöpfung/ Eigenanteil am Werk die Dornblüth noch fehlen werden sie bis auf die Lagersteine und einige wenige Komponenten wie bei Nomos sicherlich in naher Zukunft auch selbst bauen. Vielleicht gibt es dann eine weitere deutsche Manufaktur.
Schöne Grüße
Thomas
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