Eigentlich sollte in meine Vintage-Sammlung geplant etwas Ruhe eingekehrt sein...
Vor ein paar Tagen wurde mir aber ein sehr seltenes Stück der Marke Omega angeboten. Da ich noch keine Omega in meiner Sammlung hatte, musste ich einfach zuschlagen
Sie kam am letzten Dienstag zeitgleich mit der Heuer Autavia an:
OMEGA Seamaster 120, Ref. 166.073 aus dem Jahr 1972
Die "Big 120" ist eine für diese Zeit rechte mächtige Taucheruhr. Sie hat ungefähr die Größe einer Speedmaster Professional.
Dieses Modell steht etwas im Schatten der berühmten "Seamaster 300", die Omega-Taucheruhr der 60er auf Basis der Speedmaster-Gehäuse:
Quelle: farfo
Die SM300 ist mittlerweile aber leider auch eine der meist gefälschten oder auch verbastelten Vintage-Uhren, so dass man höllisch aufpassen muss.
Die SM120 dagegen ist eher selten zu sehen, von Fälschungen ist mir bislang nichts bekannt. Sie nutzt aber auch nicht das weit verbreitete Speedmaster-Gehäuse.
Sie hat ein satiniertes abgerundetes Gehäuse und eine stattliche Bandanstoßbreite von 22 mm. Das Blatt der Uhr finde ich sehr außergewöhnlich. Auf die Tritium-Marker sind Baguette-Indexe gelegt; außerdem ist das Omega-Signet aufgesetzt. Die Zeiger hingegen sind wieder bekannt, da sie wie bei der SM300 ähnlich gestaltet sind.
Sehr schön ist auch die Bakelit-Lünette. In den Kunstoff sind Tritium-Ziffern eingebracht. Von wegen leuchtende Lünetten sind ein Design-Element der Neuzeit. Omega hatte dies schon vor 40 Jahren
Das hochgewölbte original Omega-Plexiglas hat das Omega-Signet in der Mitte eingraviert und die verschraubte Krone ist ebenfalls signiert.
Verbaut ist das rotvergoldete Omega Automatik-Kaliber 565, mit 24 Steinen, 19.800 A/h und Datumsanzeige. Bei so einem schönen Werk wünscht man sich glatt einen Glasboden:
Quelle: relojeria
Wenn man denn mal eine Big 120 zu sehen bekommt, ist es meistens die blaue Variante "The Big Blue". Das schwarze Modell ist da deutlich seltener zu entdecken.
Die schwarzen Modelle sind in den 70ern neben der Eterna Kontiki wohl auch als Dienstuhren an das israelische Militär (Israeli Defence Force, IDF) ausgegeben worden. Wohl ohne Kennzeichnung, so dass es schwierig ist, eine solche Herkunft nachzuweisen.
Das schwarze Lederband gefällt mir noch nicht so recht. Ich werde mal ein wenig experimentieren. Das Original-Stahlband 1170 ist aber sehr schwer zu bekommen und hat meistens bereits zu viel Stretch. Die Seamaster wurde aber damals wohl auch am gelochten Racing-Band getragen oder am Omega-typischen Mesh.
Der Zustand der Uhr ist wirklich sehr schön, bis auf einen kleinen Riss in der Bakelit-Lünette sind kaum Gebrauchsspuren zu entdecken. Schon erstaunlich für eine 40 Jahre alte Uhr.
Einen kleinen Wehrmutstropfen gibt allerdings doch. Die Zeiger mussten leider mal bei Omega getauscht werden. Es sind SL-Servicezeiger. Der Rest der Leuchtmasse ist aber noch original Tritium
Torsten ------------------------------------------------- "WE'VE GONE TOO FAR" <The Expanse>
Omega ist schon eine interessante Marke und hat auch im Vintage-Bereich echte Klassiker vorzuweisen. Ich wünsche dir viel Spass mit diesem schönen Schätzchen!
Tolles Stück, Torsten. Ich kommentiere nun wirklich nicht jeden Neuzugang, aber in der Rubrik "Vintage" eine Neuerwerbung der letzten Zeit, die mir besonders gut gefällt.
BG aus DD, Bernhard
...und dazu tragen die Bilder natürlich auch bei. Chapeau
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