Ich habe die Stoppuhr natürlich einem Funktionstest unterzogen. Nun stellt sich mir die Frage, ob es besser ist, die Uhr nach dem Aufziehen komplett ablaufen zu lassen und mit "entspannter" Aufzugsfeder zu lagern. Oder ist das egal oder ist gar aus irgendwelchen Gründen die Lagerung mit gespannter Feder vorzuziehen?
Ich freue mich auf / über Antworten.
Aktueller Stand: Ein paar Exituhren und noch ein paar weitere ...
Ich würde die Uhr ablaufen lassen und dann lagern. Der Zustand wäre dann analog zu lagernden Armband- und Taschenuhren, die ja auch ablaufen, egal ob Handaufzug oder Automatik. Wenn es Vorteile bei der Lagerung im aufgezogenem Zustand geben würde, hätten die Hersteller bestimmt schon ein Modul entwickelt, dass eine Lagerung mit gespannter Zugfeder ermöglicht. Viele Grüße Karsten
Auch für Uhrenbastler gilt: Erfahrung ist die Summe der Misserfolge
Hallo Stefan, noch kurz eine Anmerkung zur Unruh: Wenn ich es noch richtig in Erinnerung habe, wird beim Valjoux 321 bei Stopp die Unruh über einen Stift, der am äußeren Rand dann anliegt, festgesetzt. Somit kann keine Schraubenunruh eingesetzt werden. Desweiteren sehen bei allen Stoppuhren, die sich in meinem Besitz befinden (8 Stück von Junghans, ExPark, Hanhart) ähnlich aus, also alle nicht mit Kompensationsunruh oder Schraubenunruh. Lt. Humbert (der Chronographen-Papst) wird bei Stoppuhren in Abhängigkeit der Schlagzahl die Unruh immer leichter (Massenreduzierung) und die Spiralfeder immer stabiler. Auch entstehen bei den hochfrequenten Schwingungen bei der Schraubenunruh Luftwirbel, die den Gang negativ beeinflussen würden. Ich hoffe, du kannst meine Erklärungen verstehen. Viele Grüße Karsten
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Nanu? Ich war überzeugt, hier noch einen Beitrag geschrieben zu haben. Vielleicht habe ich ihn nicht richtig gespeichert.
Dann halt noch mal:
Vielen Dank, Karsten, es war auch meine Vermutung, dass es für das Werk die schonendste Aufbewahrung darstellt, wenn man sie ablaufen lässt. Mein technisches Verständnis reicht aber nicht, um da sicher zu sein.
Wenn ich es richtig verstanden habe, löst eine schnell schwingende Schraubenunruh Luftwirbel aus, die den Gang der Uhr negativ beeinflussen können. Diese Wirbel sind bei einer Unruh mit glattem Rand geringer. Aber das ist doch kein Problem, das bei einer Schraubenunruh auf Stoppuhren begrenzt wäre, oder? Oder weshalb spielt dieser Umstand bei anderen Uhren eine geringere Rolle?
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Hallo Stefan, ich kann dir deine Frage nicht beantworten. Das mit den Luftwirbeln hatte ich mal irgendwo gelesen. In erster Linie liegt die Verwendung einer glatten Unruh in der Funktion der Stoppuhr. Wie du auch an deinem Bild unschwer erkennen kannst, wird die Funktion nicht über ein Schaltrad gesteuert. Das Anhalten des Sekundenzeigers erfolgt über einen Federstift, der beim Drücken des Stoppers die Unruh durch Anliegen am Außenrand stoppt. Wird der Stopper erneut betätigt, entfernt sich der Federstift vom Unruhreif und die Uhr läuft weiter. Mit einer Schraubenunruh ist diese Stoppprinzip nicht umzusetzen. Die Nullstellung hat keinen Einfluß auf diese Funktion, weil sie separat über das Herz und den Herzhebel gesteuert wird. Viele Grüße Karsten
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Danke Karsten! Ich glaube, ich muss mich mal gründlich einlesen. Gibt es einen Literaturtipp? Ein Technik-Einsteigerbuch, das für den interessierten Laien verständlich ist, wäre toll.
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