Konzertierte Aktion "pro Werbung" der Medien im Internet? Hab ich was verpasst? Zeitgleich (also heute) lese ich auf den Internetseiten von Spiegel, ZEIT und FAZ einen sehr ähnlich klingenden Aufruf, ich solle doch bitte meinen Adblocker ausschalten. Bisher war mir nicht bewußt, daß gerade Spiegel und FAZ zum selben Verlag gehören würden - so frage ich mich, was dieses zeitgleiche Engagement für Online-Werbung hervorruft. Weiß zufällig jemand etwas über diese Aktion?
Freu dich auf jeden neuen Tag. Auch wenn die Chance besteht, dass es ein beschissener Tag wird, oder ein sehr schöner, oder ein ganz normaler. Mit wechselnder Bewölkung und 30 Prozent Regenwahrscheinlichkeit.
"Das Gentlemen’s Agreement im Netz wird brüchig: Bisher verlegten sich zahlreiche Webseiten auf das Geschäft mit der Werbung und boten im Gegenzug ihren Content kostenlos an. Es gab immer einige Anwender, die diese Werbung unterdrückt haben, doch solange deren Zahl überschaubar blieb, waren alle damit glücklich. Doch jetzt wird das Geschäftsmodell von zwei Seiten in die Zange genommen: Einerseits plant Mozilla, die nächste Version des Firefox-Browsers standardmäßig so auszurüsten, dass Third-Party-Cookies unterdrückt werden. Andererseits verhageln Werbeblocker wie Adblock Plus der Onlinemarketing-Branche die Laune.
Jetzt wehren sich Verlage und Portale mit einer Kampagne gegen den geschäftsschädigenden Einfluss der Werbeblocker (darunter Spiegel online, Süddeutsche.de und Zeit Online). Gerade Golem.de sieht sich in der Schusslinie der Werbeverweigerer: Einerseits beschränke man sich selbst auf wenig nervige Werbung, andererseits neige die technikaffine Leserschaft stärker zur Filterung als der Durchschnitts-User. Das verringert nicht nur die Einnahmemöglichkeiten, sondern führt bei den normalen Nutzern zu ungewollt vielen Auslieferungen. Autor Jens Ihlenfeld appelliert daher voller Herzblut an seine Leser, keine Werbeblocker zu benutzen.
Mit dem Vorwurf, die Verlage seien "nicht innovationsfreundlich genug", schießt Till Faida, Mitgründer von Adblock Plus, zurück. Statt einer Vielzahl "blinkender Banner", die nach "maximaler Aufmerksamkeit" schreien - eine Methode, die aus dem TV bekannt ist und dort auch funktioniert, verweist Faida auf die demokratische Verfasstheit des Netzes. User entscheiden selbst, was sie sehen wollen. Adblock schlägt mit seiner Acceptable-Ads-Initiative einen Weg vor, möglichst unaufdringliche Werbung zu schalten. Anzeigen müssen klar als Werbung gekennzeichnet sein und dürfen den Besucher nicht übermäßig ablenken. „Als unaufdringlich zertifizierte Werbung erreicht eine größere Reichweite und 15 bis 20 Prozent mehr Klicks in der relevanten Zielgruppe“, erklärt Faida. „Zudem haben Adblock-Nutzer die Wahl, auf welchen Sites sie Werbung aller Art angezeigt bekommen und welche Portale sie unterstützen wollen.“
Doch gerade daran gibt es Kritik von Website-Betreibern: Adblock Plus hat bereits 2012 Verlagen ein umstrittenes Angebot gemacht. Für Geld wolle man ihre Site auf die Whitelist setzen und Werbung zum User durchlassen, berichtet die Website pcwelt.de verärgert: „Jahrelang hat Adblock Plus ein immer größer werdendes Stück vom Kuchen der Werbeeinnahmen abgeschnitten. Ein Kuchen, der den Seitenbetreibern gehört und nicht Adblock Plus. Jetzt will der Werbeblocker das fremde Kuchenstück dem Besitzer zurückverkaufen.“ Man habe damals das Angebot abgelehnt, andere große Websites sind auf den Deal eingegangen. Bei Adblock Plus sieht man das freilich anders. Der damalige Kooperationsvertrag habe keine finanziellen Leistungen enthalten: „Es geht uns nicht um hohe Erlöse, für alle kleinen Websites ist das Whitelisting kostenlos. Einige größere strategische Partner unterstützen die Initiative, aber mit pauschalen Beträgen“, so Faida. Nur so könne man den großen Arbeitsaufwand finanzieren.
Die Ziele von Adblock Plus und die Haltung als offene community-getriebene Initiative klingen edel - dass das Netzwerk Geld verdienen will und muss, ist auch klar. Sinnvoll wäre es aber, an dieser Stelle mit offeneren Karten zu spielen. Denn es ist allgemein bekannt, dass viele Nutzer an den Standardeinstellungen ihres Werbeblockers keine Veränderungen vornehmen und somit das "freiwillig" gezahlte Geld der Verlage gut angelegt ist. Gleichwohl könnte sich die Initiative von Spiegel online & Co. ins Gegenteil umkehren: Denn viele Nutzer wissen wahrscheinlich nicht einmal (oder haben zumindest noch nie darüber nachgedacht), wie sie Werbung im Internet ausblenden können. Die erfahren durch die Initiative möglicherweise erst von Tools wie Adblock Plus."
Übrigens: ich hab nix gegen Werbung auf den diversen Medienseiten. Nur wenn sich Vollformatanzeigen unaufhaltsam über den Bildschirm legen und ich dann erstmal suchen muß, wo der "zumachen"-Knopf ist, wenn plötzlich irgendwelche Musik zu spielen anfängt, wenn Werbebalken sich von links oder rechts unaufhörlich ins Bild schieben, wenn auf den sich selbständig öffnenden Werbefenstern die Icons rechts oben in der Ecke mutwillig gegenüber dem "Windows-Standard" vertauscht sind, so daß man aus Versehen "Vollbild" statt "schließen" klickt, da spiele ich nicht mit. Deswegen habe ich auf meinem Rechner diverse Blocker installiert. Auf dem iPad schlägt die Werbung leider voll zu. Und da es ein iPad 1 ist und diese sch**-animierte Werbung viel Rechenleistung braucht, wird das surfen extrem langsam und ruckelig. Manchmal stürzt der Browser sogar ab, weil das Gerät nicht genügend Speicher hat, um die Werbung anzuzeigen. Daher hält sich mein Mitleid mit den Initiatoren dieser Aktion doch stark in Grenzen. Liebe Verlage, macht Werbung im Stil der Printausgabe Eurer Zeitungen/Zeitschriften, dann ist das völlig in Ordnung. Aber diesen animierten Mist blockiere ich.
PS. Ich habe durch diese Aktion erst herausgefunden, daß es inzwischen auch werbungsblockiere Browser fürs iPad gibt. Na, da werde ich doch gleich mal...
Die Welt hat sich was neues einfallen lassen, jetzt soll man für die Inhalte auf der Webseite bezahlen, seit dieser Woche kommt dieser Hinweis auf der Seite wenn ich einen Artikel lesen will.
Auf meinem iPhone hatte ich bisher immer die mobile Webseite der Welt in meinen Favoriten und habe da zwischendurch immer wieder Nachrichten gelesen. Wenn ich jetzt die Mobile Seite aufrufe lädt trotzdem die normale Webseite erst mal komplett und dann kommt en Hinweis, ob man auf die Mobile Seite umschalten möchte um es besser lesen zu können oder sich nicht besser gleich die Welt App herunterlädt, die gratis ist (deren Inhalte dann aber kostenpflichtig sind). Man kommt dann zwar noch auf die Mobile Seite (hat aber erst mal ziemlich Datenvolumen für die normale Seite verbraten), beim nächsten Aufruf geht das Spiel aber wieder von vorne los.
Mein Fazit: ich habe "Die Welt" aus meinen Favoriten gelöscht.
fmattes
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