Ich finde die Weiterentwicklung der Modell Palette generell sehr gut und es waere Nomos zu wuenschen, wenn dies von Erfolg gekroent sein wuerde. Fuer meinen Geschmack ist die Preisgestaltung zu aggressiv und drauf ausgelegt in einen neuen Markt einzudringen. Klar, vielleicht ist dies die vorerst letzte Moeglichkeit, da gerade die Anfrage in Asien stark ansteigt und somit alle etwas von Markt abbekommen. Was passiert aber, wenn diese Nachfrage einbricht oder zumindestens zurueckgeht. Ich waere ueberrascht, wenn dies nicht in den naechsten 5 bis 10 Jahren eintritt. Dann haette die Renaissance der mechanischen Uhren erst einmal ein Ende und der Markt wird sich kanibalisieren. Hier sehe ich Nomos nicht wirklich gewappnet um gegen die Grossen zu bestehen. Die absoluten Top Marken (PP, ALS, VC, etc.) konzentrieren sich nur auf Edelmetall Modelle und haben ein festes Kundenprofil (jeder der bereit ist mehr als 10k zu bezahlen). Nomos ist hier bedeutend breiter aufgestellt und dies wird Kunden abschrecken. Warum 15k fuer eine Uhr bezahlen, die der naechste (anderes Modell) fuer 2k gekauft hat. Hier findet keine Abgrenzung statt. Die vormalige Kundschaft, siehe Reaktionen im Forum, wird mehrheitlich nicht solch eine Uhr kaufen wollen (wegen des Preises). Da wir hier im Nomos Forum sind, ist man sogar noch wohlwollend mit den Beurteilungen. Im Uhrenforum wuerden die Kommentare wohl um einiges harscher ausfallen. Die entscheidende Frage ist also, woher die neue Kundschaft kommen soll. Unzufriedenen Kunden von anderen Top Marken? Nun zu den Kaeufern aus Asien. In London bin ich immer wieder erstaunt, dass in den Boutiquen der Top Marken fast nur Asiaten sitzen und beraten werden. Diese werden sich aber wahrscheinlich weniger bei Nomos verirren. Klar, fuer die gehobenen Mittelschicht mag es eine Option sein, aber diese sind dann eher markenfixiert (e.g. Rolex).
Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie es in 5 Jahren aussieht. Ich denke fuer Nomos ist es ein kalkuliertes Risiko, da man sein Geld hauptsaechlich im Bereich 2-5k verdient. Dies wird sich auch nicht so schnell aendern.
Die neuen Uhren sind, soweit ich objektiv sein kann, nicht schlecht. Typisch Nomos im Design und mit feinen Werken. Meinen subjektiven Geschmack dagegen treffen sie nicht, zumindest nicht so, dass ich sie kaufen wollen würde.
Der Preis ist angemessen und vergleichbar mit Uhren anderer Hersteller. Für mich jedoch zu hoch. Wollte ich eine solche Uhr haben, wäre damit die Reduktion meiner (An-)Sammlung verbunden. Damit täte ich mir richtig schwer.
Zum "Flippern" dürften sie außerdem, wie so viele Edelmetall-Uhren, nicht geeignet sein.
Jürgen
- Ich kann auch ohne Alkohol Spaß haben. Aber meistens gehe ich auf Nummer sicher. -
Hallo, Nomos erwartet zum Start wohl nicht den großen Absatz. Sie schreiben, dass die Uhren stückzahlmäßig äußerst begrenzt sind. Die Planung liegt bei zwei Uhren in der Woche. Also haltet Euch ran mit den Bestellungen. Es wird schlimmer, als bei der RLX Daytona im Stahlgehäuse. Warten wir es ab. Viele Grüße Karsten
Auch für Uhrenbastler gilt: Erfahrung ist die Summe der Misserfolge
Zitat von kdorn Es wird schlimmer, als bei der RLX Daytona im Stahlgehäuse.
Der war gut Karsten.
Bei der Daytona war das halt der Mythos, der sich ja teilweise bis heute hält. Fakt ist, man kann innerhalb weniger Tage eine haben.
Dass Nomos mit diesen Uhren (zunächst) nicht mit großen Verkaufszahlen rechnet, war mir eigentlich klar. Die Frage ist, wie es sich mittel- oder langfristig entwickelt.
Jürgen
- Ich kann auch ohne Alkohol Spaß haben. Aber meistens gehe ich auf Nummer sicher. -
Aus rein wirtschaftlicher Sicht geht DUW-Nomos ja hier zwei Wege:
a) die "Goldmodelle", die unter eigenem Namen vertrieben werden. Und zum anderen b) die Werke, die auch an externe verkauft werden sollen/können
Weiterhin stellen sich ja 2 Fragen:
a) wie teuer war die Entwicklung des Werks b) wie teuer war/ist die Entwicklung von Gehäuse und ZB
Bei 104 / 208 Uhren (falls 2 pro Woche pro Modell gelten sollen) im Jahr sollten die Investitionen in die ZB innerhalb der Laufzeit der Uhr sich amortisiert haben. Gute Modelle laufen 20 Jahre +x (Tangente), "modische" Uhren manchmal nur eine Saison. Auch ALS und GO (um in Glashütte zu bleiben) verändern Uhren oder nehmen die aus dem Programm. Nomos hatte hier in der Vergangenheit "Glück", da gab es maximal geringe Designänderungen, aus schwarz wurde anthrazit, aus ohne Datum wurde mit (oder umgekehrt), aus hellgrau wurde dunkelgrau. Wenn nun die schlichten ZB (Lambda schlicht mit riesiger Gangreserveanzeige) floppen, könnte man bei Nomos in der Zwickmühle sein, diese Uhren stark zu überarbeiten.
Ein Blick (egal welches Forum) bei welche Uhr tragt Ihr heute, reduziert auf "hoher Preis, noch bezahlbar" sind es selten Modelle die SO extrem schlicht sind, auch ALS, GO haben dann "mehr" zu bieten. Offenbar wird dieses Design bisher bei Uhren dieser Preislage bevorzugt, auch andere Komplikationen (z. B. Großdatum) sieht man hier recht oft. Komplikationen sind natürlich nachrüstbar und auch in die ZB zu integrieren. Bedeutet trotzdem: weitere Kosten für Werk und ZB.
Was ist am Werk neu, was ist alt, was ist von wo "übernommen". Das man das Rad neu erfunden hat, kann ich mir hier nicht vorstellen, das ist auch in Glashütte seit einigen Jahren rund. Danach richten sich aber die Entwicklungskosten für ein neues Werk. Das Werl muss sich, um rentabel zu sein/werden in spätestens 10 Jahren (wohl eher in der Kalkulation nach 5 Jahren) amortisiert haben. Dazu trägt auch ein (möglicher) Verkauf der Werke an andere Uhrenhersteller bei. Damit sind wir bei der Frage: wer kauft Nomos-Werke. Bleiben wir in Glashütte: ALS, GO haben eigene Werke, brauchen keine von Nomos, Tutima... lassen wir mal mit einem Fragezeichen stehen, ich habe dort einfach zu wenig Ahnung, was nun "wirklich" auf die Beine gestellt wird/wurde. Hemess bleibt auch zunächst offen, zwar stellen die in München aus, da die letzte News aus März 2013 (?) stammt, kann alles und nichts möglich sein. Söhnle, Mühle verbauen ETA/Sellita: warum sollte man davon abrücken, wobei die Glashütter Werke, wenn auch zugekauft, immerhin dort hergestellt wurden und damit nicht an der 50% Regel kratzen würden. Preislich werden die Werke von Nomos sicherlich (aufgrund der Menge, der Bearbeitung etc.) sicherlich weit über Sellita liegen. BJS: bisher noch Mühle (=Sellita), arbeiten an einem eigenen (Chrono-)Werk. Nischenanbieter mit einem Output von 100 Uhren/Jahr, die ggf. Nomos-Werke nehmen (könnten) helfen zwar, bringen aber keine Masse.
Weiterhin wurde die Farge angeschnitten, ob man Nomos (Anbieter von Uhren bis 4k) auf dem Markt Uhren für 15k zutraut. Meiner Ansicht nach hat Nomos keine andere Chance. Ausserhalb des Nomos-Forums gibt es sehr geteilte Meinungen zu Newcomern (z. B. Grossmann) die in die Hochpreisliga von Null aufsteigen wollen. Da Schwertner nur den Namen Nomos (und nun DUW) hat, aber nur Nomos am Markt eingeführt ist, bleibt auch nur dieser Name zum vermarkten. VW hat es einfacher: die können Bentleys und Skoda verkaufen und damit viele Preislagen abdecken und haben für jede Preislage eine eingeführte (positionierte) Marke. Ich sehe schon Unterschiede zwischen Gold-Nomos und Alt-Nomos, das Design unterscheidet sich hier doch stark. Die Highclass-Hersteller bauen ja auch Uhren für 20k und für 500k.
Am Ende wird über den Erfolg von Lambda und Lux das Marketing (und die Konzis) entscheiden. Bei diversen, mir bekannten, Konzis sind die beiden Uhren nicht gut aufgehoben - andere die heute auch Breitling, Rolex und andere führen, ist sicher auch ein Eckchen für die Gold-Nomos vorhanden.
Grüße
Gerrit
----------------------------------------- Salzflecken auf dem Teppich gehen am besten mit Rotwein wieder raus...
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